{"id":632,"date":"2020-03-14T15:42:02","date_gmt":"2020-03-14T13:42:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.psychose-seminar.info\/?page_id=632"},"modified":"2020-03-14T15:42:02","modified_gmt":"2020-03-14T13:42:02","slug":"hat-die-psychose-meine-weltanschauung-veraendert","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=632","title":{"rendered":"Hat die Psychose meine Weltanschauung ver\u00e4ndert?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Protokoll des Psychoseseminars vom 20.11.19<br><br>Anwesend: ca. 12 Personen<br><br>Moderation: Herr Schmidt, Frau Schulz<br>Protokoll: Frau Els\u00e4sser<br><br>Teil 1:<br><br>Vorstellung des Psychoseseminars<br><br>Eingangsfrage:<\/strong> Was bedeutet Weltanschauung f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich?<br><br>Karriere war nicht so wichtig, es ging ums Hier und Jetzt und ums \u00dcberleben, als mein Mann die Psychose bekam. Die Kinder sollten gl\u00fccklich sein und kein Einser-Abitur haben m\u00fcssen. Der Spruch: Viel Spa\u00df in der Schule war ernst gemeint.<br><br>Durch die Erkrankung ist der Bekanntenkreis geschrumpft. Ich habe viel Zeit, weil ich nichts mehr machen kann durch meine Herzerkrankung. Fr\u00fcher war ich beruflich in \u00fcber 19 L\u00e4ndern unterwegs. Nun bin ich in der Klinik wegen psychischer Probleme gewesen.<br><br>Ich lebte mit 15 Jahren neben jeder Vernunft und wurde psychisch krank. Zu meinem 20. Geburtstag kam kein Mensch. Ich f\u00fchlte eine absolute Leere. Weltbild, wei\u00df ich nicht. Nach diesem Ereignis bin ich ein zweites Mal erwachsen geworden.<br><br>Der Planet \u00e4ndert sich rasant. Bald wird es f\u00fcr zwei Milliarden Menschen kein Drau\u00dfen mehr geben, weil alles zerst\u00f6rt ist. Wo will man hin? Welche Ziele soll man haben?<br><br>Ich wurde in der Schule gemobbt.<br><br>Mein Sohn wurde geh\u00e4nselt, weil er korpulent war. Kinder k\u00f6nnen sehr grausam sein. Er hatte Bauchschmerzen und Ausreden, nicht zur Schule gehen zu m\u00fcssen.<br><br>Ich w\u00fcrde sagen, Erfahrungen \u00e4ndern das Weltbild.<br><br>Freundschaften sind br\u00fcchig. Wenn die Krankheit kommt, brechen viele oberfl\u00e4chliche Freundschaften weg.<br><br><strong>Zweite Frage:<\/strong> Wie hat sich Ihre Weltanschauung durch die Erkrankung ver\u00e4ndert?<br><br>Bei mir ist es so, dass meine Weltanschauung zum Urzustand zur\u00fcckkehrt nach dem Schub.<br><br>Viele Menschen sagen zu mir, man s\u00e4he mir die Erkrankung nicht an. Das kann ich bald nicht mehr h\u00f6ren. Das macht mich auch nicht ges\u00fcnder.<br><br>Bei manchen Menschen bricht das Weltbild wie ein Kartenhaus zusammen. Eine Nachbarin, die streng katholisch war, sagte nach dem Krebstod ihres Sohnes: Es gibt keinen Gott.<br><br>In meinem Glauben ist alles vorbestimmt. Das gibt mir Kraft.<br><br>Ich sehe das anders, denn ich m\u00f6chte selbstbestimmt sein und Kontrolle \u00fcber mein Leben haben. Nach dem Motto: Hilf dir selbst, so hilft Dir Gott.<br><br>Auch relativ gesunde Menschen haben Probleme, wenn sie unvorbereitet in die  Altersrente gehen. Sie sind mit der vielen Freizeit \u00fcberfordert. Man soll sich in jungen Jahren ein Hobby suchen.<br><br>Meine Weltanschauung hat sich positiv ver\u00e4ndert durch die Krankheit. Ich genie\u00dfe die \u201egesunde\u201c Zeit. Denn es kann jederzeit anders werden.<br><br>Das Leben ist kein Sprint sondern ein Marathon. Sich selbst herausfordern bei der beruflichen T\u00e4tigkeit und im Privatbereich. Das hilft auf jeden Fall, sich nicht fremdbestimmt zu f\u00fchlen.<br><br><strong>Pause<br><br>Teil 2:<br><br>Dritte Frage:<\/strong> Wie gehen Sie mit der Ver\u00e4nderung um? Was ist hilfreich?<br><br>Am Ball bleiben und bewusst bleiben. Beispiel: To-Do-Listen f\u00fchren. Als ich R\u00fcckenprobleme hatte, habe ich t\u00e4glich \u00dcbungen gemacht.<br><br>Was tut mir gut, was kann ich machen?<br><br>Das beste aus einer Situation machen.<br><br>Sich Informationen einholen. Das ist gar nicht so einfach, weil sich vieles widerspricht. Zum Beispiel in der Ern\u00e4hrungswissenschaft.<br><br>Mut fassen, etwas neues zu probieren.<br><br>Akzeptanz von Behinderung und Krankheit. Die Schw\u00e4chen offen benennen, nichts besch\u00f6nigen, aber auch nichts verteufeln.<br><br>Was hat sich durch die Erkrankung verbessert? Die Erfahrung bringt einen weiter. Das Leben kann durch Erfahrung bereichert werden.<br><br>Welche Faktoren spielen eine Rolle dabei? Gl\u00fcck mit Menschen. Das hei\u00dft, wenn man sich nur mit Arschl\u00f6chern umgibt, kann nichts daraus werden.<br><br>Wahre Freunde sind wenige geblieben. Vorteil: Man hat mehr Zeit f\u00fcr sie. Zeit ist wichtig. Sich auf Ver\u00e4nderung einstellen.<br><br>Nach vorne schauen. Die Vergangenheit ohne Schuldgef\u00fchle so stehen lassen.<br><br>Rhetorik-Kurs hab geholfen. F\u00fc\u00dfe massieren. Etwas f\u00fcr sich selbst tun. Einen Stand haben. Besser reden k\u00f6nnen. Die F\u00fc\u00dfe sind das ehrlichste K\u00f6rperteil.<br><br>Lernen macht Spa\u00df. Man kann bis ins hohe Alter lernen.<br><br><strong>Abschlussrunde:<\/strong> Ein Stein wird in die Runde gegeben mit der Frage: Wie hat Ihnen die Veranstaltung gefallen? Was nehmen Sie mit, was lassen sie hier?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 20.11.19 Anwesend: ca. 12 Personen Moderation: Herr Schmidt, Frau SchulzProtokoll: Frau Els\u00e4sser Teil 1: Vorstellung des Psychoseseminars Eingangsfrage: Was bedeutet Weltanschauung f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich? Karriere war nicht so wichtig, es ging ums Hier und Jetzt und ums \u00dcberleben, als mein Mann die Psychose bekam. 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