{"id":464,"date":"2017-06-07T14:43:22","date_gmt":"2017-06-07T12:43:22","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=464"},"modified":"2017-06-07T14:43:22","modified_gmt":"2017-06-07T12:43:22","slug":"geheimhaltung-der-erkrankung-geht-das-gut","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=464","title":{"rendered":"Geheimhaltung der Erkrankung \u2013 geht das gut?"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\" align=\"center\"><u><b>Das Thema im Psychoseseminar am 17.05.2017 lautet:<\/b><\/u><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"center\">\u201e<b>Geheimhaltung der Erkrankung \u2013 geht das gut?\u201c<\/b><\/p>\n<p><b>Einstieg &#8211; Frau Dangel <\/b>: Zum heutigen Thema \u201eGeheimhaltung der Erkrankung \u2013 geht das gut?\u201c m\u00f6chten wir Sie zun\u00e4chst fragen, welche Erfahrung Sie als Erfahrener, Angeh\u00f6riger oder Helfer gemacht haben? Wir sammeln zun\u00e4chst die Aussagen stichpunkthaltig, sp\u00e4ter wollen wir sie ordnen.<\/p>\n<p>Seminarteilnehmer berichten:<\/p>\n<ul>\n<li>Ich habe eine erkrankte Tochter. Lange Zeit habe ich viel Kraft damit vergeudet so zu tun als ob alles in Ordnung sei. Dann wurde ich offen nach au\u00dfen. Dadurch wurde Kraft frei. Es gingen Freunde verloren aber es wurden auch neue Freunde gefunden. Somit empfehle ich, offen mit dem Thema umzugehen. Es werden auch andere dann offen und es kann Kraft geben.<\/li>\n<li>Meine Mutter ist gerontopsychiatrisch untergebracht. Ich begleite sie die gesamte Zeit. Es hat eine starke Ver\u00e4nderung gegeben. F\u00fcr mich gibt es viele Probleme im Umgang mit der Mutter. Ich habe viel Kraft verloren durch die Begleitung. Sie ist jetzt 80 Jahre und entwickelte einen regelrechten Jugendwahn. Jetzt ist sie im Pflegeheim und sehr uneinsichtig. Fr\u00fcher hatte sie sehr auf ihre \u00e4u\u00dfere Fassade geachtet. Uns ist die Erkrankung erst gar nicht aufgefallen. Nach einer Krebserkrankung brach sie aus. Viele im Freundeskreis verstehen es nicht, dass ich damit so besch\u00e4ftigt bin. Sie fragen: \u201e Gibt es auch noch ein anderes Thema\u201c? Ich f\u00fchle mich unsicher und hilflos mit der Erkrankung der Mutter. Sogar schuldig.<\/li>\n<li>Ich bin selber betroffen und schon immer krank. Als Kind wurde ich wenig behandelt. Als Erwachsene hat sich das Leben v\u00f6llig ver\u00e4ndert. Es ist bei mir gar nicht m\u00f6glich meine Erkrankung geheim zu halten, z. B. wegen der Arbeit in der WfB. Das w\u00e4re anderen gegen\u00fcber auch nicht fair und es w\u00e4re auch schlecht f\u00fcr mein Selbstbewusstsein. Es w\u00fcrde sowieso irgendwann auffallen.<\/li>\n<li>Es stellt sich die Frage ob es sinnvoll ist, ganz offen mit der Erkrankung umzugehen. Nichterkrankte k\u00f6nnen meist die Erkrankung nicht verstehen.<\/li>\n<li>Ein Mann berichtet \u00fcber seine Alkoholerkrankung. Diese habe er Jahrzehnte lang versteckt. Er ist das selber schuld. Das \u201eOuting\u201c habe ihm Bewunderung gegeben.<\/li>\n<li>Ein weiterer Mann berichtet, dass es f\u00fcr ihn nie notwendig war, seine psychische Erkrankung zu benennen. Bei der Suchterkrankung sei das anders. Das ist aber individuell. Er hat es seinem Arbeitgeber mitgeteilt. Der hat ihn unterst\u00fctzt. Es war f\u00fcr ihn eine Befreiung sich zu \u00f6ffnen. Offenheit muss jeder f\u00fcr sich finden und \u00fcben. Die Gesellschaft kann nicht immer damit umgehen.<\/li>\n<li>Weiter berichtet ein Mann von seinem Drogenkonsum. Er habe oft die N\u00e4chte durchgemacht. Es sei dann schwer erkrankt an Schizophrenie \/ Psychose. Er habe viel im Internet geschrieben. Auch zu seiner Erkrankung. Er komme aus einer baptistischen Familie. Sein Vater hatte immer nur eine Fassade. Jetzt sind alle Familienmitglieder in Therapie.<\/li>\n<li>Eine \u00c4rztin meldet sich zu Wort. Auch in der Behandlung gibt es Unsicherheit, z. B. wenn sich ein Patient nicht mitteilen kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach der Pause erfassen wir an der Flipchart, welche positiven und welche negativen Aspekte die Geheimhaltung der Erkrankung hat.<\/p>\n[table &#8220;10&#8221; not found \/]<br \/>\n\n<p>Abschlie\u00dfend fragen wir,, wonach sich nun die Entscheidung der Geheimhaltung richtet?<\/p>\n<p>Es gibt folgende Nennungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Es ist individuell<\/li>\n<li>Das Positive ist viel gr\u00f6\u00dfer als das Negative, denn es f\u00fchrt zur Genesung<\/li>\n<li>Bei einer \u00d6ffnung ist erst eine wirkliche Teilnahme an der Gesellschaft m\u00f6glich<\/li>\n<li>Verschwiegenheit kann auch helfen sich zu sch\u00fctzen<\/li>\n<li>Die \u00d6ffnung richtet sich auch nach dem Feedback des Gegen\u00fcbers<\/li>\n<li>Humor kann helfen; Lachen ist wichtig<\/li>\n<li>Auch Kontakte au\u00dferhalb des \u201epsychiatrischen Kreises\u201c helfen offener zu werden<\/li>\n<li>Alle sind Menschen wie \u201eDu und ich\u201c<\/li>\n<li>Begegnung ist wichtig<\/li>\n<li>\u00d6ffnen kostet Mut \u2013 danach ist es besser<\/li>\n<\/ul>\n<p>_________________________________________________________________________<\/p>\n<p>Ca. 20:30 Uhr<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Abschlussrunde: <\/b>Ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Bedanken bei der Seminargruppe (und dem Gast \/ den G\u00e4sten) \u2013 Hinweis auf das n\u00e4chste Seminar am 21. Juni zu dem Thema \u201ePartnerschaft trotz psychischer Erkrankung\u201c. Es werden auch neue Seminarthemen f\u00fcr das 2te Halbjahr gesammelt. <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema im Psychoseseminar am 17.05.2017 lautet: \u201eGeheimhaltung der Erkrankung \u2013 geht das gut?\u201c Einstieg &#8211; Frau Dangel : Zum heutigen Thema \u201eGeheimhaltung der Erkrankung \u2013 geht das gut?\u201c m\u00f6chten wir Sie zun\u00e4chst fragen, welche Erfahrung Sie als Erfahrener, Angeh\u00f6riger oder Helfer gemacht haben? Wir sammeln zun\u00e4chst die Aussagen stichpunkthaltig, sp\u00e4ter wollen wir sie ordnen. 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