{"id":341,"date":"2015-12-16T17:37:43","date_gmt":"2015-12-16T15:37:43","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=341"},"modified":"2015-12-16T17:37:43","modified_gmt":"2015-12-16T15:37:43","slug":"was-hilft-angehoerigen-bei-psychischer-erkrankung-ihrer-familienmitglieder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=341","title":{"rendered":"Was hilft Angeh\u00f6rigen bei psychischer Erkrankung ihrer Familienmitglieder?"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 16 Dezember 2016 von 19.00 \u2013 20:45Uhr<\/b><\/p>\n<p>Moderation: Herr Schmidt, Protokoll: Frau Sieburg<\/p>\n<p><b>Einstieg mit der Frage:<\/b><\/p>\n<p>Wie geht es Ihnen als Angeh\u00f6rige\/r mit ihren betroffenen Familienmitgliedern? Wie sch\u00e4tzen Sie als Profi oder Betroffene\/r die Situation Ihrer betroffenen Angeh\u00f6rigen ein?<\/p>\n<p>Karten werden ausgegeben.<\/p>\n<p>Die Karten werden vorgelesen, erl\u00e4utert und dann in die Mitte gelegt. Wer wollte, konnte sich als Profi, Angeh\u00f6rige\/r oder Betroffene\/r durch die Wahl der Karten \u201eouten\u201c.<\/p>\n<p>Karten und Erl\u00e4uterungen:<\/p>\n<p>Angeh\u00f6rige (gr\u00fcne Karten)<\/p>\n<ul>\n<li>Ratlos\/hilflos,\n<ul>\n<li>vor allem im Umgang mit den Betroffenen, da die Denkweise der Erkrankten nur schwer nachvollziehbar ist<\/li>\n<li>fehlendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Erkrankten,<\/li>\n<li>Wie packt man es an?<\/li>\n<li>Es ist nicht zu verstehen.<\/li>\n<li>Alles wird mehrfach \u201edurchgekaut\u201c und es wird zugeredet, aber es \u00e4ndert sich nichts. Alles wiederholt sich.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>\u00dcberfordert, das Leben ist au\u00dfer Kontrolle<\/li>\n<li>\u00c4ngstlich<\/li>\n<li>Alleine gelassen<\/li>\n<li>Schuldgef\u00fchle<\/li>\n<li>Ver\u00e4rgerung<\/li>\n<li>Man kann die Krankheit nicht nachvollziehen.<\/li>\n<li>Was ist Krankheit und was nicht? Ver\u00e4rgerung \u00fcber die Krankheit.<\/li>\n<li>Man f\u00fchlt sich verletzt.<\/li>\n<li>Man ist besorgt.<\/li>\n<li>Man erh\u00e4lt zu wenige Informationen von \u00c4rzten und Therapeuten, wie mit der Situation umzugehen ist.<\/li>\n<li>Es ist ein Manko, dass Angeh\u00f6rige nicht betreut werden.<\/li>\n<li>Angeh\u00f6rige sind ersch\u00f6pft.<\/li>\n<li>Es ist schwierig, es nicht pers\u00f6nlich zu nehmen.<\/li>\n<li>Verst\u00e4ndnisprobleme untereinander (Angeh\u00f6rige \u2013 Betroffene, Angeh\u00f6rige \u2013 \u00c4rzte) Unterschiedliche Beurteilung \u00fcber die Vorgehensweise<\/li>\n<li>Krankheit wird zum Mittelpunkt des Lebens, auch der Gesunden<\/li>\n<li>Alleine gelassen, man kann sich mit Freunden nur schlecht \u00fcber die Erfahrungen mit den Betroffenen austauschen.<\/li>\n<li>Manchmal f\u00fchlt man sich ausgenutzt.<\/li>\n<li>Innerhalb der Familie sitzt man oft \u201ezwischen den St\u00fchlen\u201c.<\/li>\n<li>Es ist eine starke Last, die erm\u00fcdend ist.<\/li>\n<li>Es gibt Vorw\u00fcrfe in alle Richtungen.<\/li>\n<li>Nach 28 Jahren Zusammenleben mit dem Erkrankten, zurzeit entspannt.<\/li>\n<li>In akuten Situationen bin ich genervt, weil es Zeit und Kraft kostet sich zu k\u00fcmmern.<\/li>\n<li>Bin an den Aufgaben gewachsen. F\u00fchle mich st\u00e4rker als vorher.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Profis (blaue Karten)<\/p>\n<ul>\n<li>Wissen \u00fcber die Krankheit fehlt. Der Austausch mit anderen Angeh\u00f6rigen wird gesucht.<\/li>\n<li>Allein gelassen<\/li>\n<li>Unsicher<\/li>\n<li>Hilflosigkeit<\/li>\n<li>Nehmen Stimmungen des Betroffenen pers\u00f6nlich<\/li>\n<li>Gradwanderung zwischen Forderung und \u00dcberforderung,<\/li>\n<li>\u00dcberfordert<\/li>\n<li>Ohnm\u00e4chtig<\/li>\n<li>Ausgegrenzt<\/li>\n<li>Unwissend\/ uninformiert<\/li>\n<li>\u00dcberforderung, z. B. wenn sie nur die einzigen Verantwortlichen sind<\/li>\n<li>Angst<\/li>\n<li>Werden nicht genug in Therapie und Behandlung einbezogen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Betroffene (gelbe Karten)<\/p>\n<ul>\n<li>Sehr belastet<\/li>\n<li>Traurig<\/li>\n<li>Verzweifelt<\/li>\n<li>Fachlich nicht ausreichend informiert<\/li>\n<li>\u00dcberfordert<\/li>\n<li>Hilflos, vor allem in akuten Situationen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Neutral (wei\u00dfe Karte)<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eDu bist eine Belastung f\u00fcr die ganze Familie!\u201c<\/li>\n<li>Vorw\u00fcrfe<\/li>\n<li>Sind ohnm\u00e4chtig<\/li>\n<li>Mangelnder Respekt<\/li>\n<li>Abwehr<\/li>\n<li>Ausschluss<\/li>\n<li>Zur\u00fcckweisung<\/li>\n<li>Erniedrigung<\/li>\n<li>Schuld , Scham und \u00fcbertriebene H\u00f6flichkeit<\/li>\n<li>Nur der Betroffene kann dies \u00e4ndern durch seine Genesung.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Pause<\/b><\/p>\n<p>Nach der Pause wird auf wei\u00dfen Karten (Flipchart leer) festgehalten, was Angeh\u00f6rigen helfen kann:<\/p>\n<ul>\n<li>Selbsthilfe der Betroffenen hilft<\/li>\n<li>Andere kann man nicht \u00e4ndern, man muss selbst etwas \u00e4ndern<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung suchen<\/li>\n<li>Informationen besorgen (Internet, Psychoseseminar, Selbsthilfegruppen,\u2026)<\/li>\n<li>Recht auf ein eigenes Leben<\/li>\n<li>Von der Information zur Umsetzung gelangen<\/li>\n<li>Den Kranken nicht alles abnehmen<\/li>\n<li>Netzwerk aufbauen<\/li>\n<li>Genesung ist ein langer Weg. Es kann R\u00fcckschl\u00e4ge geben.<\/li>\n<li>R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit f\u00fcr Angeh\u00f6rige und Betroffene finden<\/li>\n<li>Deeskalation<\/li>\n<li>Im akuten Fall evtl. aus der Situation heraus gehen.<\/li>\n<li>Jeder muss seinen Weg finden!<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><b>Abschlussrunde:<\/b> Ein Stein wird in die Runde gegeben mit der Frage: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?) und Verabschiedung.<\/p>\n<p>Das Psychoseseminar geht in die Winterpause. Im M\u00e4rz 2016 geht es weiter. Die neuen Termine werden sp\u00e4testens im Februar ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 16 Dezember 2016 von 19.00 \u2013 20:45Uhr Moderation: Herr Schmidt, Protokoll: Frau Sieburg Einstieg mit der Frage: Wie geht es Ihnen als Angeh\u00f6rige\/r mit ihren betroffenen Familienmitgliedern? 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