{"id":327,"date":"2015-03-18T17:15:51","date_gmt":"2015-03-18T15:15:51","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=327"},"modified":"2015-03-18T17:15:51","modified_gmt":"2015-03-18T15:15:51","slug":"legale-suchtmittel-und-psychose","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=327","title":{"rendered":"Legale Suchtmittel und Psychose"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 18. M\u00e4rz 2015 von 19.00 \u2013 21:30 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Moderation und Protokoll: Frau Dangel<\/p>\n<p><b>Ablauf:<\/b><\/p>\n<p>Begr\u00fc\u00dfung des Auditoriums und der anwesenden G\u00e4ste, Frau Dr. Pauels, Gesundheitsamt des Kreises D\u00fcren, Sozialpsychiatrischer Dienst und Frau Gro\u00dfmann, SPZ Sucht- und Drogenberatung, D\u00fcren Frau Dangel<\/p>\n<p>Vorstellung des Psychoseseminars Herr Schmidt<\/p>\n<p>Ablauf des Seminars mit Pausen und Getr\u00e4nken und Protokoll erkl\u00e4ren Frau Dangel<\/p>\n<p>Einstieg &#8211; Frau Dangel: Wir m\u00f6chte heute mit der Frage beginnen: Welche legalen Suchtmittel kennen Sie? Herr Schmidt schreibt diese auf die Flipchard.<\/p>\n<p>Bei legalen Suchtmitteln sprechen wir auch von \u201estoffgebundenen S\u00fcchten\u201c, dazu z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Alkohol<\/li>\n<li>Nikotin<\/li>\n<li>Medikamente au\u00dfer BTMG<\/li>\n<li>Koffein \/ Teein<\/li>\n<li>Schn\u00fcffelstoffe<\/li>\n<li>Engelstrompete<\/li>\n<li>Stechapfel<\/li>\n<li>Tollkirsche<\/li>\n<li>Halluzinogene Pilze<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Gegensatz dazu gibt es nichtstoffgebundene S\u00fcchte, wie z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li>Esssucht<\/li>\n<li>Spielsucht<\/li>\n<li>Computersicht<\/li>\n<li>Sexsucht<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es entsteht eine Diskussion \u00fcber legale und illegale Suchtmittel.<\/p>\n<p>Illegale Suchtmittel sind u.a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Spices (Kr\u00e4utermischungen)<\/li>\n<li>Cristal<\/li>\n<li>Extasy<\/li>\n<li>Leagal highs<\/li>\n<li>Pilze mit halluzinierender Wirkung (k\u00f6nnen in den Niederlanden k\u00e4uflich erworben werden. Der Rausch kann 8 \u2013 12 Stunden anhalten und auch zur Psychose f\u00fchren)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es wird berichtet, dass in einem Film aufgezeigt wurde, dass Frauen h\u00e4ufiger Tabletten konsumieren und viele Menschen \u00fcber Privatrezept erworben werden.<\/p>\n<p>Bei Alkohol ist die Co \u2013 Abh\u00e4ngigkeit der Angeh\u00f6rigen auch behandlungsbed\u00fcrftig.<\/p>\n<p>Ziel einer Alkoholerkrankung ist heute nicht immer nur die v\u00f6llige Abstinenz sondern ein besseres Trinkverhalten. Behandelte Alkoholiker haben eine 50%tige Chance zu genesen. Die meisten R\u00fcckf\u00e4lle finden im ersten Jahr statt.<\/p>\n<p>Es kam die Frage auf, was Co \u2013 Abh\u00e4ngigkeit bedeutet:<\/p>\n<p>Das Familiensystem versucht sich selbst zu regulieren. Die gut gemeinten Hilfen unterst\u00fctzen die Sucht.<\/p>\n<p>Auf kleinen Karten notieren die Seminarteilnehmer ihre Erfahrungen mit Suchtmitteln und Psychose:<\/p>\n<p>Es gibt folgende \u201eAussagen\u201c<\/p>\n<ul>\n<li>Psychisch erkrankte Menschen trinken Alkohol zur Symptonbek\u00e4mpfung z.B. um Angst abzuwehren, um Stimmen abzuwehren.<\/li>\n<li>Legale Suchtmittel sind \u00fcberall frei zu erwerben; es ist schwer abstinent zu bleiben.<\/li>\n<li>Es fehlt den Betroffenen die Einsicht, etwas zu \u00e4ndern.<\/li>\n<li>Nasenspray ist ein legales Suchtmittel.<\/li>\n<li>Es besteht bei Abh\u00e4ngigkeit und psychischer Erkrankung eine doppelte Stigmatisierung.<\/li>\n<li>Nach dem Entzug wird die Depression sichtbar.<\/li>\n<li>Es ist eine Sisiphus Arbeit<\/li>\n<li>Suchtmittel &lt;&gt; Psychose<\/li>\n<li>Aufforderung<\/li>\n<li>Ko &#8211; Abh\u00e4ngigkeit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf gro\u00dfen Karten finden sich folgende Notizen:<\/p>\n<ul>\n<li>Alkoholpsychosen sind:\n<ul>\n<li>Delir<\/li>\n<li>Korsakow<\/li>\n<li>Alkohol \u2013 Halluzinose<\/li>\n<li>Demenz<\/li>\n<li>Eifersuchtswahn<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alkohol verursacht keine Schizophrenie, eine Psychose erh\u00f6ht aber das Risiko einer Suchtentwicklung (Alkohol + Nikotin \/ Koffein)<\/p>\n<ul>\n<li>Anmerkung: Alle Karten konnten nicht vorgetragen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>PAUSE<\/b><\/p>\n<p>2. Teil:<\/p>\n<p>Verschiedene Seminarbesucher berichten ihre Erfahrungen mit Suchtmitteln und Psychose:<\/p>\n<ul>\n<li>Ich war als Kind schon in der Psychiatrie, bekam starke Medikamente, nahm 10 Jahre lang Drogen, hatte Psychosen unter Drogeneinfluss, machte Drogentherapie; die Psychosen blieben. Seit 1992 wieder krank, Psychosen kommen und gehen. Seit Herbst 2014 keine Psychosen mehr. Dann, vor kurzem zuhause wieder eine Psychose.<\/li>\n<li>Mit 14 Alkohol und Nikotin, mit 16 Cannabis, mit 18 Alkohol, mit 19 Psychose, mit 24 kein Nikotin mehr, keine Suchtmittel mehr.<\/li>\n<li>Alkohol beim Ex \u2013 Mann und Sohn konsumiert Canabis. Ich selbst habe geraucht. Seit 4 Jahren rauchfrei. Psychotische Symptome sind nur beim Sohn vorhanden. Unsicherheit, ob Cannabis die Psychose ausgel\u00f6st hat. Ist sie heilbar, wenn der Konsum eingestellt wird?<\/li>\n<li>Alkohol ist eine Systemerkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium &gt; alkoholische Psychose &gt; Delir &gt; Suizidgefahr. Menschen mit psychischen Erkrankungen konsumieren Suchtmittel weil sie zun\u00e4chst erleichtert und enthemmend werden. Zun\u00e4chst ist die Wirkung angstl\u00f6send, dann bringt sie Panik. Zusammen mit den notwendig verordneten Medikamenten ist das schlecht. Die Sucht entwickelt sich als eigenst\u00e4ndige Krankheit.<\/li>\n<li>Ich habe durch den Konsum verschiedener Substanzen eine Psychose bekommen. Seit 10 Jahren konsumiere ich nicht mehr. 2002 \/ 2003 hatte ich noch einmal Canabis konsumiert und bekam \u201eschizoide Gedanken\u201c: Ich merkte, wie sich das \u201eIch\u201c aufl\u00f6ste.<\/li>\n<li>Es gibt ein Buch \u201eEndlich Nichtraucher\u201c von Ellen Kar, das hat mir geholfen.<\/li>\n<li>In der Drogen- und Suchtberatung D\u00fcren (Tel.: 02421 \/ 10001) gibt es eine Eltergruppe, f\u00fcr Kinder, die Drogen konsumieren.<\/li>\n<li>In der Selbsthilfekontaktstelle gibt es einen Angeh\u00f6rigengruppe f\u00fcr Eltern psychisch Kranker, Treffen jeden 3ten Donnerstag im Monat um 18 Uhr, Herr Keutgen.<\/li>\n<li>Die kette e. V., Kontakt- und Beratungsstelle bietet auch Beratungsgespr\u00e4che f\u00fcr Angeh\u00f6rige pychisch Erkrankter und einen \u201eOffenen Treff\u201c f\u00fcr Bertoffene und Angeh\u00f6rige.<\/li>\n<li>Konsum von Alkohol hat auch Auswirkung auf die Kinder. Angeh\u00f6rige m\u00fcssen den richtigen Umgang mit Betroffenen lernen.<\/li>\n<li>Bei einer Pschose ist die Verantwortung f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen gr\u00f6\u00dfer.<\/li>\n<li>Es wird berichtet, dass das Konzept der \u201eAnonymen Alkoholiker\u201c vorsieht, dass auch Angeh\u00f6rige nicht nach au\u00dfen \u00fcber ihre Probleme reden d\u00fcrfen.<\/li>\n<li>Eine Angeh\u00f6rige berichtet von ihrem alkoholabh\u00e4ngigem Vater und auch Mann. Der Sohn entwickelte eine Drogenproblematik. Die Familie kam urspr\u00fcnglich als Aussiedler nach Deutschland. Psychische Erkrankungen sind dort nicht akzeptiert. Daher konnte der Mann die Erkrankung des Sohnes auch nicht akzeptieren. Erst als die betroffene Mutter den Sohn los lies, hat ihn das wachger\u00fcttelt. Heute ist der Sohn verheiratet und hat eine eigne Familie. F\u00fcr die Betroffene f\u00fchrte die Belastung selber zur Depression. Sie will ihren alkoholkranken Mann verlassen, um selber weiterleben zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Ein Betroffener berichtet, dass er auf der Entgiftungsstation Gespr\u00e4che f\u00fcr Patienten anbietet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ca. 20:30 Uhr<\/p>\n<p>Abschlussrunde: Ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)<\/p>\n<p>Verabschiedung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 18. 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