{"id":300,"date":"2013-10-16T19:20:09","date_gmt":"2013-10-16T17:20:09","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=300"},"modified":"2013-10-16T19:20:09","modified_gmt":"2013-10-16T17:20:09","slug":"passende-arbeitsmoeglichkeiten-fuer-psychisch-erkrankte-was-kann-man-tun","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=300","title":{"rendered":"Passende Arbeitsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr psychisch Erkrankte \u2013 was kann man tun?"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 16. Oktober 2013 von 19.00 \u2013 21:30 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Moderation und Protokoll: Frau Dangel<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst werden das Auditorium und die anwesenden G\u00e4ste (insbesondere Herr Wissmann vom Integrationsfachdienst, D\u00fcren) begr\u00fc\u00dft; dann wird das Psychoseseminar vorgestellt und der Ablauf des Seminars mit Pausen und Getr\u00e4nken erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Der Einstieg erfolgt mit der Frage: <b>Welche Erfahrungen haben Sie mit passenden Arbeitsm\u00f6glichkeiten als Betroffener, Angeh\u00f6riger, Profi gemacht?<\/b><\/p>\n<p>Es entsteht eine lebhafte Diskussion, wobei Herr Wissmann viele Fragen der Seminarteilnehmer beantworten kann.<\/p>\n<p>Herr Wissmann erkl\u00e4rt:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Rurtalwerkst\u00e4tten geh\u00f6ren zum sogenannten 2ten Arbeitsmarkt.<\/li>\n<li><b>Integrationsfirmen<\/b> werden bezuschusst. Sie m\u00fcssen am Markt konkurrieren. Es werden dort 25 \u2013 50% schwerbehinderte Menschen eingestellt. Dazu geh\u00f6ren die Firmen <b>AFB Im gro\u00dfen Tal<\/b> und <b>Holzteam Esser<\/b>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Firmen sind am allgemeinen Arbeitsmarkt t\u00e4tig; die Mitarbeiter bekommen einen Tariflohn.<\/p>\n<p>Eine weitere Frage ist, wo es im B\u00fcrobereich M\u00f6glichkeiten gibt als Erkrankter beruflich t\u00e4tig zu werden.<\/p>\n<p>Ein Problem ist auch der Grenzbereich zwischen dem 1. und 2. Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>Herr Wissmann gibt an, dass die Firmen in D\u00fcren nicht genug sensibilisiert sind. Viele Betroffene aus dem F\u00f6rderschulbereich, die eine \u00fcberbetriebliche Ausbildung machen finden im Anschluss auf dem 1. Arbeitsmarkt keine Anstellung.<\/p>\n<p>Zu den Aufgaben von Herrn Wissmann geh\u00f6rt, dass er Betroffene im Beruf begleitet mit dem Ziel den Arbeitsplatz zu erhalten, aber auch die Vermittlung in Arbeit nach Zuweisung der Job Com und der Arbeitsagentur.<\/p>\n<p><b>Telefonnummer und Anschrift des IFD sind:<\/b><\/p>\n<p>Am Pletzerturm 1, 52349 D\u00fcren, Tel.: 02421 \/ 20306-0. Offene Sprechstunde: Jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat von 9 Uhr \u2013 12 Uhr.<\/p>\n<p>Es wird gefragt, wie hoch der Zuverdienst bei voller Erwerbsminderungsrente aus- f\u00e4llt. Genannt werden 450\u20ac im Monat, wobei 2mal im Jahr 900\u20ac verdient werden d\u00fcrfen. Diese Aussage soll bei der Rentenversicherung noch einmal gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Herr Wissmann erkl\u00e4rt, dass bei einer Erwerbsunf\u00e4higkeit die t\u00e4gliche Arbeitszeit 0-3 Stunden betr\u00e4gt. Bei einer Teil-Erwerbsunf\u00e4higkeit 3-6 Stunden. Dies steht im Rentenbescheid nicht aufgef\u00fchrt und sollte bei der Rentenversicherung nachgefragt werden.<\/p>\n<p>Ein Betroffener fragt, ob es m\u00f6glich ist ein Praktikum zu machen, um seine Belastbarkeit herauszufinden, z. B. als Transportbegleiter beim Deutschen Roten Kreuz.<\/p>\n<p>Herr Wissmann erkl\u00e4rt, dass die Belastbarkeit sehr wichtig ist. Im <b>BTZ K\u00f6ln<\/b> gibt es berufliche Trainingsma\u00dfnahmen, die z. B. t\u00e4glich 4 Stunden umfassen.<\/p>\n<p>Auch die <b>FAW<\/b> (Fortbildungsakademie der Wirtschaft) in D\u00fcren bietet Trainingsma\u00dfnahmen an.<\/p>\n<p>Es wird berichtet, dass oftmals die Vermittlung in Arbeit von Ma\u00dfnahmenteilnehmern an formalen Dinge scheitert, z. B. dass ein zu hohe Stundenzahl gefordert wird oder dass zu geringe Praktikumszeiten keine wirkliche Belastungspr\u00fcfung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Es wird Kritik an den sogenannten Br\u00fcckenjobs ge\u00fcbt, weil diese selten in eine feste Besch\u00e4ftigung f\u00fchren. Eine Frau berichtet, sie habe mehrere Br\u00fcckenjobs gemacht und dennoch keine Arbeit bekommen.<\/p>\n<p>Die Anforderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt sind hoch im Hinblick auf<\/p>\n<ul>\n<li>Alter<\/li>\n<li>Krankheit<\/li>\n<li>Arbeitslosigkeit<\/li>\n<li>Sucht<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es wird erg\u00e4nzt, dass auch Hochbegabte nicht in die Gesellschaft passen. Ein Betroffener berichtet, dass er in der Rurtalwerkstatt \u00fcberqualifiziert ist; dort aber wegen der Rentenanrechnung weiter arbeitet.<\/p>\n<p><b>Pause<\/b><\/p>\n<p>Nach der Pause wird zun\u00e4chst gekl\u00e4rt, ob es weiteren Diskussionsbedarf gibt.<\/p>\n<p>Es wird gefragt, ob die Begleitung durch den IFD einer Zuweisung bedarf. Hier erkl\u00e4rt Herr Wissmann, dass eine Zuweisung f\u00fcr die Vermittlung vom Kostentr\u00e4ger vorliegen muss; bei der Begleitung kann der IFD auch ohne Zuweisung t\u00e4tig werden, wenn das Antragsverfahren auf Anerkennung einer Schwerbehinderung oder Gleichstellung noch l\u00e4uft (ab 3 Wochen nach der Antragsstellung).<\/p>\n<p>Es kommen die Fragen auf, wie mit L\u00fccken im Lebenslauf umgegangen werden kann und ob gesagt werden muss, wenn eine Schwerbehinderung vorliegt.<\/p>\n<p>Herr Wissmann erkl\u00e4rt, dass ein Schwerbehindertenausweis nur vorgelegt werden muss, wenn es f\u00fcr die berufliche T\u00e4tigkeit von Bedeutung ist und \/ oder wenn die Betroffenen die Verg\u00fcnstigungen nutzen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Wie ehrlich und offen jemand mit seiner Erkrankung im Lebenslauf und beim Vorstellungsgespr\u00e4ch umgeht h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab, z. B. um welchen Betriebe und welche T\u00e4tigkeit es sich handelt und wie jemand hinter seiner Erkrankung \/ Lebensgeschichte stehen kann. Es kann auch sehr belastend sein immer mir einer \u201eL\u00fcge\u201c oder \u201eNichtgesagtem\u201c zu leben.<\/p>\n<p>Herr Wissmann erkl\u00e4rt auch, dass z. B. ein R\u00fcckfall bei Alkoholismus kein K\u00fcndigungsgrund ist. Es gibt in Betrieben K\u00fcndigungsschutzregeln und einen Pr\u00e4ventionsparagraphen, d. h., der Betrieb muss auch pr\u00e4ventiv t\u00e4tig werden.<\/p>\n<p>Es wird anschlie\u00dfend noch \u00fcber weitere M\u00f6glichkeiten einer Besch\u00e4ftigung gesprochen:<\/p>\n<p><b>Ex in<\/b>: Ausbildung zum Genesungsbegleiter \/ in. Dieser Lehrgang ist geeignet f\u00fcr Menschen die sich mit ihrer Erkrankung auseinandergesetzt haben und eigene Erfahrung reflektieren k\u00f6nnen. Es gibt 12 Module, die u. a. auch in K\u00f6ln durchgef\u00fchrt werden. Die Finanzierung richtet sich nach dem eignen Einkommen. Finanzierungen \u00fcber einen Bildungsgutschein des Jobcenters oder der Arbeitsagentur sind m\u00f6glich. Weitere Informationen sind zu finden unter: www.ex-in-nrw.info.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend wird darauf hingewiesen, dass in Krisensituationen die Selbsthilfe unterst\u00fctzen kann, sich mit Schicksalsschl\u00e4gen auseinanderzusetzten.<\/p>\n<p>Es wird auch empfohlen, sich per Petition an den Bundestag zu wenden.<\/p>\n<p><b>Seminarende ca. 21:30 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Es folgt der Hinweis auf das n\u00e4chste Seminar am 20. November mit dem Thema: <b>Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen \u2013 Gibt es Fr\u00fcherkennung und Hilfe?<\/b> Die Themen sind auch immer auf der Homepage des Psychose \u2013 Seminars zu finden und werden bei der Kette e. V., Kontakt- und Beratungsstelle, ausgeh\u00e4ngt.<\/p>\n<p><b>Abschlussrunde:<\/b> Ein Stein wird in die Runde gegeben mit der Frage: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 16. Oktober 2013 von 19.00 \u2013 21:30 Uhr Moderation und Protokoll: Frau Dangel Zun\u00e4chst werden das Auditorium und die anwesenden G\u00e4ste (insbesondere Herr Wissmann vom Integrationsfachdienst, D\u00fcren) begr\u00fc\u00dft; dann wird das Psychoseseminar vorgestellt und der Ablauf des Seminars mit Pausen und Getr\u00e4nken erkl\u00e4rt. 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