{"id":256,"date":"2010-11-17T17:56:53","date_gmt":"2010-11-17T15:56:53","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=256"},"modified":"2010-11-17T17:56:53","modified_gmt":"2010-11-17T15:56:53","slug":"welche-hilfen-gibt-es-fuer-die-angehoerigen-von-psychisch-erkrankten-menschen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=256","title":{"rendered":"Welche Hilfen gibt es f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen von psychisch erkrankten Menschen?"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 17.11.2010 von 19.00 \u2013 20.45 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Moderation und Protokoll: Fr. Kinzel<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erfolgt die Begr\u00fc\u00dfung des Auditoriums und der G\u00e4ste: Frau Dr. K\u00f6rdel (Rheinische Kliniken, D\u00fcren), Frau Matzanke (Selbsthilfegruppe \u201eAngeh\u00f6rige psychisch Kranker\u201c)<\/p>\n<p><b>1. Um zu erfahren, wo Angeh\u00f6rige von psychisch erkrankten Menschen Hilfe bekommen k\u00f6nnen, wurde zun\u00e4chst in die Runde gefragt, welche Erfahrungen es gibt, f\u00fcr die anwesenden:<\/b><\/p>\n<p><b>1.a. Angeh\u00f6rigen: Wo haben Sie Hilfe erfahren?<\/b> <b>1.b. Betroffenen: Wo haben ihre Angeh\u00f6rigen Hilfe bekommen?<\/b> <b>1.c. G\u00e4ste\/Professionelle: Welche Hilfen bieten Sie an bzw. welche Hilfen empfehlen sie?<\/b><\/p>\n<p><b>mit der Bitte entsprechende Begriffe auf Karten zu schreiben, die dann als Diskussionsgrundlage dienten:<\/b><\/p>\n<p><b>Folgende Begriffe\/Erfahrungen\/m\u00f6gliche Hilfen f\u00fcr Angeh\u00f6rige wurden benannt:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Gruppen bzw. Paartherapie, (Angeh\u00f6rige mit in Sitzungen einbeziehen)<\/li>\n<li>Psychoseseminar<\/li>\n<li>Atemtherapie<\/li>\n<li>Selbsthilfe-Kontaktstelle<\/li>\n<li>Selbsthilfegruppen<\/li>\n<li>dar\u00fcber sprechen<\/li>\n<li>Literatur\/Internet (wurde geh\u00e4uft genannt)<\/li>\n<li>Seminare<\/li>\n<li>Austausch mit weiteren Angeh\u00f6rigen oder mit weiteren Patienten<\/li>\n<li>Gespr\u00e4ch mit \u201eBehandler\u201c, Arzt, in der Klinik (wurde geh\u00e4uft genannt)<\/li>\n<li>Lernen zu verstehen<\/li>\n<li>Verst\u00e4ndnis der Krankheit<\/li>\n<li>Hilfen???<\/li>\n<li>Hilflosigkeit (wurde sehr h\u00e4ufig benannt)<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>2. In der nachfolgenden Diskussion wurden verschiedene der genannten Aspekte noch vertieft bzw. weitere benannt:<\/b><\/p>\n<p>Die Hilflosigkeit wurde noch einmal dahingehend diskutiert, dass sie massiver ist, als dies der Fall ist, wenn ein Angeh\u00f6riger k\u00f6rperlich erkrankt ist, weil das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr psychische Erkrankungen immer noch geringer sei.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde diskutiert, dass es sehr belastend f\u00fcr Angeh\u00f6rige ist, wenn der Betroffene in die Klinik kommt (gerade, wenn es der erste Klinikaufenthalt ist) und sie gar nicht wissen, wo sie selbst Hilfe finden k\u00f6nnen oder auch Hemmungen haben, dies zu tun, weil erst einmal die Hilfe f\u00fcr den Betroffenen im Vordergrund steht.<\/p>\n<p>Es wird berichtet, dass es zus\u00e4tzlich zur eigenen Situation als Angeh\u00f6rige belastet, dass entfernte Verwandte und Bekannte, Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit der Erkrankung haben und den Betroffenen nicht in der Klinik besuchen, wie in ihrem Fall ihre Schwester den Neffen nie besuchte.<\/p>\n<p>Krankheitsverst\u00e4ndnis bzgl. dem Angeh\u00f6rigen besteht nach Schilderung einer Teilnehmerin eher, wenn jemand depressiv erkrankt ist, als wenn eine Psychose vorliegt.<\/p>\n<p>Es wird benannt, dass Selbsthilfegruppen f\u00fcr Angeh\u00f6rige oftmals nur kurzfristig besucht oder unterst\u00fctzt werden; es w\u00e4re nach Aussage einer Teilnehmerin wichtig, dass das eigene Erleben und der Umgang mit der Erkrankung l\u00e4ngerfristig an andere betroffene Angeh\u00f6rige weiter gegeben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es wird diskutiert, dass es schwieriger f\u00fcr einen psychisch kranken Menschen ist, als f\u00fcr einen Menschen, der eine k\u00f6rperliche Erkrankung hat, eine Schwerbehinderung anerkannt zu bekommen, was wiederum f\u00fcr alle Angeh\u00f6rigen eine zus\u00e4tzlich Belastung ist.<\/p>\n<p>Eine Angeh\u00f6rige merkt an, dass die Betroffenen immer mehr Raum einnehmen, als die Angeh\u00f6rigen und dass ihr das selbst in diesem Seminar so vorkommt.<\/p>\n<p>Es wird benannt, dass man als Angeh\u00f6riger in der Psychiatrie auch positive Erfahrungen machen kann, dort sei alles offener und es g\u00e4be keine Fassaden.<\/p>\n<p>Es wird die Idee benannt, dass es f\u00fcr Angeh\u00f6rige hilfreich sein k\u00f6nnte, wenn auf den Stationen der Klinik z.B. 1 x pro Woche statt der Kaffeerunde f\u00fcr Patienten eine Runde zum Austausch nur f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen stattfinden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es wird gew\u00fcnscht, dass es mehr Antistigmatisierungskampagnen gibt, damit mit der Erkrankung von Seiten der Betroffenen und der Angeh\u00f6rigen besser umgegangen werden kann.<\/p>\n<p>Es wird auch gew\u00fcnscht, dass es in der Klinik mehr Einzelkontakte mit Angeh\u00f6rigen gibt und dass \u00c4rzte den Angeh\u00f6rigen z.B. Flyer mitgeben, wo sie sich Hilfe suchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es wird mehr pr\u00e4ventive Aufkl\u00e4rung, sowohl f\u00fcr Betroffene als auch f\u00fcr Angeh\u00f6rige gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Ein Teilnehmer berichtet, dass er und seine Frau Hilfe bekommen h\u00e4tten bei Ihrer Krankenkasse (in diesem Fall die AOK, J\u00fclich), dort g\u00e4be es speziell einen Ansprechpartner bzgl. Hilfen f\u00fcr Betroffene und Angeh\u00f6rige bei psychischen Erkrankungen).<\/p>\n<p>Es wird speziell von einer Teilnehmerin nach Hilfen f\u00fcr ihre 13-j\u00e4hrige Tochter als Angeh\u00f6rige erfragt (siehe unten Teil 3 und Literaturhinweise).<\/p>\n<p><b>3. Im folgenden Teil des Seminars wurden verschiedene Hilfen f\u00fcr Angeh\u00f6rige vorgestellt, an der Flip-Chart gesammelt und entsprechende Flyer dazu verteilt:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Selbsthilfegruppen: Hierzu stellt Frau Matzanke von der Selbsthilfegruppe \u201eAngeh\u00f6rige psychisch Kranker\u201c diese vor. Sie findet monatlich statt. N\u00e4here Informationen hierzu kann man telefonisch bei H. Keutgen (Tel. 02421-52384) oder Frau Matzanke (Tel. 02429-3633) erhalten.<\/li>\n<li>Im Internet: z.B. unter: www.psychoseseminar.info<\/li>\n<li>Institutionen: z.B. bei der Kontakt- und Beratungsstelle der Kette e.V. (Tel. 02421-14731 Frau Dangel oder Frau Kinzel)<\/li>\n<\/ul>\n<p>oder\/und<\/p>\n<p>Gesundheitsamt des Kreises D\u00fcren<\/p>\n<p>Sozialpsychiatrischer Dienst<\/p>\n<p>Bismarckstr. 16 Zimmer 29-33 A<\/p>\n<p>Telef. 02421-22-0 Sozialpsychiatrischer Dienst erfragen<\/p>\n<p>Oder Sekretariat Telef. 02421- 22-2210<\/p>\n<p>22-2209<\/p>\n<p>22-2204<\/p>\n<ul>\n<li>Ambulanz der Rheinischen Kliniken D\u00fcren, Sozialdienst (wenn der Betroffene an die Ambulanz angebunden ist) \u2013 offene Sprechstunde (ohne Voranmeldung): jeden Donnerstag von 9-11 Uhr (f\u00fcr Betroffene und Angeh\u00f6rige \u2013 au\u00dferdem gibt es auch die M\u00f6glichkeit Termine speziell f\u00fcr Kinder psychisch kranker Eltern zu vereinbaren \u2013 Familiengespr\u00e4che, Psychoedukation f\u00fcr Kinder)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Rheinische Kliniken D\u00fcren (wenn sich der Angeh\u00f6rige in der Klinik befindet): Arztgespr\u00e4ch f\u00fcr Angeh\u00f6rige erfragen lt. Fr. Dr. K\u00f6rdel<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des St. Marien-Hospitals D\u00fcren gGmbH \u2013 hier gibt es Gruppenangebote f\u00fcr Kinder (ab ca. 8 Jahre) von psychisch kranken Eltern (Infos unter: Telef. 02421-805-0 Frau W\u00fchl (Dipl.Psych.) oder Herr Dr. M\u00fcller, Bodo (Chefarzt) oder unter www.marien-hospital-dueren.de)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Angebot f\u00fcr Kinder \u2013 und Jugendliche in Aachen: \u201eAKISIA \u2013 Auch Kinder sind Angeh\u00f6rige\u201c (Infos unter Telef. 02421\/94994-0 oder vera.magolei@kinderschutzbund-aachen.de \u2013 Ansprechpartner: Vera Magolei)<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Abschlussrunde<\/b> &#8211; ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht? (Was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?) Verabschiedung und Bedanken bei den G\u00e4sten.<\/p>\n<p>Literaturhinweise:<\/p>\n<p>B\u00e4uml, Josef: \u201ePsychosen aus dem Schizophrenen Formenkreis \u2013 Ein Ratgeber f\u00fcr Patienten und Angeh\u00f6rige\u201c, Springer-Verlag, 1994<\/p>\n<p>D\u00f6rner, K., Egetmeyer, A., Koenning, K. (Hg.): \u201cFreispruch der Familie \u2013 Wie Angeh\u00f6rige psychiatrischer Patienten sich in Grupen von Not und Einsamkeit , von Schuld und Last frei \u2013 sprechen\u201c, Psychiatrie-Verlag, 1997<\/p>\n<p>Homeier, Schirin: \u201eSonnige Traurigtage\u201c &#8211; Illustriertes Kinderfachbuch f\u00fcr Kinder psychisch kranker Eltern und deren Bezugspersonen, Mabuse-Verlag, 2006<\/p>\n<p>Jungbauer, Johannes (Hrsg.:): \u201eFamilien mit einem psychisch kranken Elternteil\u201c, Budrich-Verlag, 2010<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 17.11.2010 von 19.00 \u2013 20.45 Uhr Moderation und Protokoll: Fr. 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