{"id":248,"date":"2010-05-19T17:44:33","date_gmt":"2010-05-19T15:44:33","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=248"},"modified":"2010-05-19T17:44:33","modified_gmt":"2010-05-19T15:44:33","slug":"psychose-familie-und-erziehung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=248","title":{"rendered":"Psychose, Familie und Erziehung"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 19.05.2010 von 19.00 \u2013 20.45 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Protokollant\/in: Fr. Mischke<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erfolgt die Begr\u00fc\u00dfung des Auditoriums und von Fr. Gaitzsch und Fr. Imming-Carl<\/p>\n<p><b>1.Was brauchen Kinder?<\/b><\/p>\n<p>Genannt wurden:<\/p>\n<ul>\n<li>Schutz gegen Krankheit, K\u00e4lte, Gefahren<\/li>\n<li>Geborgenheit, ein Zuhause<\/li>\n<li>Eine Familie, Freunde<\/li>\n<li>Freiraum zum Spielen<\/li>\n<li>Bildung<\/li>\n<li>Zuneigung, Aufmerksamkeit, Gespr\u00e4che<\/li>\n<li>Gesundes Essen<\/li>\n<li>Verl\u00e4sslichkeit, Struktur, geregelter Tagesablauf<\/li>\n<li>Anerkennung, Lob<\/li>\n<li>Vorbilder<\/li>\n<li>Raum f\u00fcr Auseinandersetzung<\/li>\n<li>Liebe und Grenzen (vor allem innere Abgegrenztheit der Eltern)<\/li>\n<li>Aufgaben, Herausforderung + Schutz<\/li>\n<li>Empathie und Aufrichtigkeit<\/li>\n<li>Sinnliche, soziale, motorische Erlebnism\u00f6glichkeiten (in der Natur, mit Tieren, Menschen)<\/li>\n<li>Ein waches Gegen\u00fcber<\/li>\n<li>Ein offenes Ohr<\/li>\n<li>Konstruktive Kritik<\/li>\n<li>Spielen, Vorlesen, Schmusen<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>2.Welche Probleme k\u00f6nnen entstehen, wenn ein Elternteil an einer Psychose erkrankt?<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr alle Beteiligten ist es ein heftiger Einschnitt im Leben, wenn ein Elterteil psychisch erkrankt. Gerade den Kindern fehlt die halt- und strukturgebende Verl\u00e4sslichkeit des erkrankten Elternteils. Da der erkrankte Elternteil selbst in der Akutphase verunsichert und verwirrt ist \u00fcbertr\u00e4gt sich dies auf das gesamte Familienleben und die Kinder. Die Interaktion zwischen Eltern und Kind ist gest\u00f6rt. Wichtig w\u00e4re in so einer Situation, dass das soziale Netz um die Familie herum die fehlende Struktur in der Familie ausgleichen kann (z.B. in dem die Oma oder Tante eine Weile die Elternpflichten \u00fcbernimmt). \u00c4lteren Kindern ist das \u201eauff\u00e4llige\u201c Verhalten des erkrankten Elternteils peinlich. F\u00fcr den &#8222;gesunden&#8220; Elternteil ist es wichtig, dass er f\u00fcr sich sorgt um selbst stabil bleiben zu k\u00f6nnen. F\u00fcr den erkrankten Elternteil kann es in der Akutphase schwierig sein den Kindern die n\u00f6tige Anerkennung zu schenken, wenn sie sich gerade selbst nicht m\u00f6gen. Manche Medikamente k\u00f6nnen eine sedierende Wirkung haben, so dass die Eltern zeitweise auch nicht in der Lage sind ad\u00e4quat auf die Bed\u00fcrfnisse der Kinder einzugehen. In Akutphasen ist es wichtig, dass auf die Bed\u00fcrfnisse aller Beteiligte eingegangen und die Hilfe auch angenommen werden kann.<\/p>\n<p><b>3.Welche Bed\u00fcrfnisse k\u00f6nnen gef\u00e4hrdet sein und wie geht man damit um?<\/b><\/p>\n<p>Die Bed\u00fcrfnisse der Kinder k\u00f6nnen gef\u00e4hrdet sein, wenn der Elternteil in einer Akutphase ist und kein Gef\u00fchl mehr f\u00fcr die W\u00fcnsche der Kinder hat. Diese Vernachl\u00e4ssigung der Kinder kann ggf. dazu f\u00fchren, dass das Kind (die Kinder) zeitweise in einer Einrichtung oder Pflegefamilie untergebracht wird (werden). Es k\u00f6nnen auch n\u00e4here Familienangeh\u00f6rige diese Aufgabe \u00fcbernehmen. Ob und wann die Kinder wieder in die Familie zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen, h\u00e4ngt vom individuellen Krankheitsverlauf ab und deren Auspr\u00e4gungen und Auswirkungen auf das Familienleben.<\/p>\n<p><b>Grunds\u00e4tzlich kann man sagen, dass man in einer Akutsituation eine schnelle L\u00f6sung ben\u00f6tigt die wie folgt aussehen kann:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Gespr\u00e4che mit dem Facharzt und den Eltern<\/li>\n<li>Ggf. Notruf t\u00e4tigen und \/oder den Sozialpsychiatrischer Dienst, Polizei und das Ordnungsamt verst\u00e4ndigen<\/li>\n<li>Einen \u201eNotfallplan\u201c mit Kindern erstellen mit Telefonnummern f\u00fcr Ansprechpartner<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>In einer stabilen Situation k\u00f6nnen folgende L\u00f6sungen gefunden werden:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Kontakt zum Jugendamt und Installation von Hilfen zur F\u00f6rderung der Interaktion von Eltern und Kindern z.B. Ann\u00e4herung durch begleitete Besuchskontakte, SPFH (sozialp\u00e4dagogische Familienhilfe), Tagespflege, Patenfamilien, Hauswirtschaftshilfe usw.<\/li>\n<li>Eine gesetzliche Betreuung f\u00fcr den erkrankten Elternteil<\/li>\n<li>Ambulant betreutes Wohnen<\/li>\n<li>Freir\u00e4ume schaffen und eigene Bed\u00fcrfnisse ausleben (gilt auch f\u00fcr Angeh\u00f6rige)<\/li>\n<li>Kinderbetreuung<\/li>\n<li>Die Paarebene stabilisieren<\/li>\n<li>Soziale Kontakte<\/li>\n<li>Prof. Hilfe suchen und annehmen wo es n\u00f6tig ist<\/li>\n<li>Kur<\/li>\n<\/ul>\n<p>All diese Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen helfen wieder einen Einstieg in die Normalit\u00e4t und den Familienalltag zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 19.05.2010 von 19.00 \u2013 20.45 Uhr Protokollant\/in: Fr. Mischke Zun\u00e4chst erfolgt die Begr\u00fc\u00dfung des Auditoriums und von Fr. Gaitzsch und Fr. Imming-Carl 1.Was brauchen Kinder? Genannt wurden: Schutz gegen Krankheit, K\u00e4lte, Gefahren Geborgenheit, ein Zuhause Eine Familie, Freunde Freiraum zum Spielen Bildung Zuneigung, Aufmerksamkeit, Gespr\u00e4che Gesundes Essen Verl\u00e4sslichkeit, Struktur, geregelter Tagesablauf [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":14,"menu_order":-99,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/248"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=248"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/248\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/14"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}