{"id":220,"date":"2008-11-19T16:58:58","date_gmt":"2008-11-19T14:58:58","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=220"},"modified":"2008-11-19T16:58:58","modified_gmt":"2008-11-19T14:58:58","slug":"psychose-durch-drogen-risiko-oder-bagatelle-koennen-drogen-eine-psychose-ausloesen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=220","title":{"rendered":"Psychose durch Drogen \u2013 Risiko oder Bagatelle? K\u00f6nnen Drogen eine Psychose ausl\u00f6sen?"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 19.11.2008 von 19.00 \u2013 21.15 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Protokollant\/in: Hr. Schmidt\/Fr. Mischke<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erfolgt die Begr\u00fc\u00dfung des Auditoriums sowie der anwesenden G\u00e4ste Fr. Schlagloth-Kley (Suchttherapeutin), Fr. Grossmann (Drogenberatung J\u00fclich), Dr. Grassnack (RKD)<\/p>\n<p><b>1.Was ist eine Droge? Welche Drogen kennen Sie?<\/b><\/p>\n<p>Als Droge gilt nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jeder Wirkstoff, der in einem lebenden Organismus Funktionen zu ver\u00e4ndern vermag. Unter Rauschmitteln versteht man all jene Stoffe bzw. Drogen, die Menschen zu sich nehmen, um einen ver\u00e4nderten Bewusstseinszustand hervorzurufen, welche geeignet sind, sie in einen Rausch zu versetzen. Eine Ver\u00e4nderung der Wahrnehmung kann das Ziel der Einnahme oder eine unerw\u00fcnschte Nebenwirkung sein. Drogenkonsum f\u00fchrt zu einer intensiveren Wahrnehmung bis hin zur Reiz\u00fcberflutung und die Empathief\u00e4higkeit nimmt ab. Drogenkonsum hat Auswirkungen auf den sozialen, psychischen und physischen Bereich.<\/p>\n<p>Es gibt die sog. \u201eLegalen Drogen\u201c wie Alkohol, Medikamente (z.B. Schmerztabletten), Beruhigungs- u. Schmerzmittel, Nikotin und Koffein. Die Gruppe der \u201eOpiate\u201c umfasst opiumhaltige Medikamente und Heroin. \u201eStimulanzien\u201c haben eine aufputschende Wirkung und die bekanntesten sind Speed, Pep, Kokain und Crack. Die psychoaktiven Substanzen, (auch Halluzinogene genannt), werden oft als Gegenpol zu den Stimulanzien konsumiert. Bekannt sind diese unter den Namen Spice, Cannabis, Extasy, LSD und Pilzen.<\/p>\n<p><b>2.Welche Drogen l\u00f6sen eine Psychose aus?<\/b><\/p>\n<p>Bei einer genetischen Disposition (genetische Vorbelastung) k\u00f6nnen die psychoaktiven Substanzen\/ Halluzinogene psychoseausl\u00f6send wirken. Ein wesentliches Problem stellt die hohe Konzentrierung der berauschenden Stoffe in den Halluzinogenen dar. Die Stimulanzien haben einen besonders sch\u00e4dlichen Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel da sie meist mit anderen Stoffen \u201egestreckt\u201c werden die giftig sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Grade bei jungen Menschen, deren Gehirn noch nicht ausgewachsen ist, kann der Drogenkonsum fatale Folgen haben und bleibende Sch\u00e4den im Gehirn hinterlassen. Die Aussage, dass z.B. Cannabis ja auch in der Medizin verwendet wird und deshalb dessen Konsum nicht sch\u00e4dlich sei stimmt so nicht, da bei den Medikamenten nur bestimmte Stoffe aus der Cannabis &#8211; Pflanze verwendet werden und das berauschende THC vorher rausgez\u00fcchtet wird. Somit wird deutlich, dass oft nur Halbwahrheiten erz\u00e4hlt werden um den Drogenkonsum zu \u201ebesch\u00f6nigen\u201c.<\/p>\n<p><b>3.Wie wirken Drogen im Gehirn? Weitere Ausf\u00fchrungen der Profis:<\/b><\/p>\n<p>Die berauschende Wirkung kommt durch die Ver\u00e4nderung des Botenstoffsystems im Gehirn zustande. Dadurch kommt es zu Ver\u00e4nderungen der Wahrnehmung der Umwelt und der Selbstwahrnehmung, was als Rausch wahrgenommen werden kann. Die Drogen wirken auf das Belohnungssystem im Gehirn des Menschen und das Gehirn erinnert sich bei erneutem Konsum an die \u201eangenehme\u201c Situation und es entwickelt sich ein Wiederholungseffekt. Der Mensch versp\u00fcrt die Lust auf mehr (unwiderstehliches Verlangen, engl. craving). Ist unser K\u00f6rper regelm\u00e4\u00dfig Drogen ausgesetzt, kann das die Aussch\u00fcttung von Neurotransmittern hemmen. Auch die Anzahl der Rezeptoren kann reduziert sein. Dann brauchen wir mehr Drogen, um den urspr\u00fcnglichen Effekt zu erzielen.<\/p>\n<p>H\u00f6rt man auf, eine Droge zu nehmen und bekommt der K\u00f6rper pl\u00f6tzlich nicht mehr die Drogen, an die er gew\u00f6hnt ist, normalisieren sich die Nervenzellen nicht sofort. Entweder gibt es nun zu wenige Rezeptoren oder die Aussch\u00fcttung von Neurotransmittern ist zu gering oder die MAOs sind \u00fcberfordert. Der K\u00f6rper hat sich noch nicht an das Fehlen der Drogen gew\u00f6hnt. Das f\u00fchrt zu Entzugserscheinungen.<\/p>\n<p><b>4.Was kann man tun, um aus dem Drogenkreislauf raus zu finden?<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Drogenkonsum einstellen ggf. auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen<\/li>\n<li>Nur wenn der Dogenkonsum eingestellt wird kann die Psychose gut behandelt werden<\/li>\n<li>Hilfe annehmen k\u00f6nnen (setzt eine gewisse Krankheitseinsicht voraus)<\/li>\n<li>Kontakte zur Drogenszene abbrechen<\/li>\n<li>Hilfreiche Kontakte zu Familie und Freunden (au\u00dferhalb der Szene) pflegen<\/li>\n<li>Selbstreflexion<\/li>\n<li>Profis sollten versuchen einen Zugang zu den erkrankten Menschen zu finden damit sie einsichtig werden und sich behandeln lassen \u2013 wenn die Einsicht fehlt gestaltet sich eine ad\u00e4quate Behandlung als schwierig<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 19.11.2008 von 19.00 \u2013 21.15 Uhr Protokollant\/in: Hr. Schmidt\/Fr. 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