{"id":159,"date":"2004-12-13T15:08:10","date_gmt":"2004-12-13T13:08:10","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=159"},"modified":"2004-12-13T15:08:10","modified_gmt":"2004-12-13T13:08:10","slug":"soteria-was-ist-moeglich","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=159","title":{"rendered":"Soteria \u2013 Was ist m\u00f6glich?"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll der Informationsveranstaltung zum Psychose-seminars vom 13.12.2004<\/b><\/p>\n<p>Die Vorbereitungsgruppe fuhr als Informationsveranstaltung zum Thema Soteria am 13.12.2004 in das Alexianer Krankenhaus nach Aachen. Dort wird nach einer Mischkonzeption mit Soteriaelementen therapeutisch behandelt.<\/p>\n<p><b>Protokoll der Informationsveranstaltung:<\/b><\/p>\n<p>Die Station Lukas mit dem Stationsarzt Dr. Hin\u00fcber ist eine von 3 Aufnahmestationen. Die T\u00fcr ist immer ge\u00f6ffnet. Immer sitzt jemand neben der T\u00fcr an einem kleinen Tisch und ist Ansprechpartner. Diese Funktion kann auch eine Raumpflegerin oder Hauswirtschafterin inne- haben. Diese Person ist i. d. R. immer f\u00fcr die Patienten erreichbar.<\/p>\n<p><b>Zitat Dr. Hin\u00fcber:<\/b><\/p>\n<p>\u201eEntscheidend ist nicht die offene oder geschlossene T\u00fcr auf der Station, sondern der entscheidende Aspekt ist, ob im Kopf T\u00fcren auf oder zu sind\u201c.<\/p>\n<p>Eine geschlossene T\u00fcr kann auch das Gef\u00fchl von Sicherheit vermitteln.<\/p>\n<p>Vor 21\/2 Jahren hat Dr. Hin\u00fcber die Station Lukas \u00fcbernommen und diese ge\u00f6ffnet. Die Station war in eine Frauen,- und eine M\u00e4nnerstation geteilt. Die Gruppen wurden aufgel\u00f6st und nun besteht eine gemischgeschlechtliche Gruppe. Die Station ist keine geschlossene Station. Personen die nach dem PsychKG untergebracht wurden d\u00fcrfen jedoch nicht durch die T\u00fcre hinausgehen.<\/p>\n<p>Bei der Aufnahme eines Patienten bekommt dieser sofort beim Aufnahmegespr\u00e4ch 2 Bezugspfeger\/Bezugsschwestern. Diese sind w\u00e4hrend des Aufenthaltes jederzeit Ansprechpartner f\u00fcr sie\/ihn. Das therapeutische Programm wird grunds\u00e4tzlich mit dem Patienten verhandelt (Behandlungsvereinbarungen). Die Behandlungsvereinbarungen sind f\u00fcr alle zug\u00e4nglich in einem bestimmten Ordner aufbewahrt. Welche Medikamente eingenommen werden wollen und in welcher Dosierung bleibt Verhandlungssache. Es kann seitens der Station eine Empfehlung ausgesprochen werden. In der Regel werden atypische Neuroleptika verabreicht (Regel: So wenig wie m\u00f6glich, soviel wie n\u00f6tig). Die Aufnahme kann auch nur f\u00fcr 1 Nacht erfolgen. Aufnahme und Entlassung sind die Prozesse, die am meisten Personal binden. Auf der Station k\u00f6nnen max. 24 Personen aufgenommen werde. Diese bewohnen 1-2 Bett-Zimmer. Auf eine ruhige Atmosph\u00e4re und ein hohes Ma\u00df an Reizabschirmung wird gesteigerter Wert gelegt. Die Aufnahme findet direkt auf der Station statt und hierf\u00fcr sind Hr. Braun (Pflegeleiter) und Schwester Kati Ansprechpartner. Dies ist auch bei den anderen beiden Aufnahmestationen im Haus der Fall. Die Anzahl der Fixierungen konnte in den vergangenen 21\/2 Jahren um 50% reduziert werden. Im Falle einer Fixierung sitzt zu jeder Zeit Personal am Fixierungsbett damit der Patient Ansprache hat. Geraucht werden darf auf der Station nur in einem bestimmten Zimmer. Das Alexianer Krankenhaus ist in Aachen eine Sektorklinik. Im S\u00fcdkreis wird Stolberg einbezogen. Es gibt eine Warteliste. Steht jemand darauf, ist er gehalten 1 x w\u00f6chentlich an einem Gruppengespr\u00e4ch teilzunehmen. Soteria ist ein Begriff aus dem griechischen und bedeutet Zuflucht und Rettung. Das Soteriakonzept bietet den Patienten insgesamt mehr Freiheiten. Das Soteriakonzept gr\u00fcndete sich in den 70er Jahren in Kalifornien. Nur in sehr kleinen Krankenh\u00e4usern wurden sehr wenige Menschen therapiert. Der Schwerpunkt lag auf Begleitung durch die akute Krankheitsphase, Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Erkrankung und hohe Reizabschirmung. Diese Arbeit wurde von Ehrenamtlichen Kr\u00e4ften in 48-Stunden Rhythmen abgedeckt. Es wurden keine Medikamente eingenommen. Es gab sog. \u201eweiche Zimmer\u201c mit einer reizarmen Ausstattung. Die Ausstattung ist einfarbig gehalten, damit das Auge ruhen kann. Dies ist ein Vorteil Mitten in der Stadt. Ein solches Zimmer ist auf der Station in der Planung.<\/p>\n<p><b>Literaturhinweis: Bettina Kroll: Mit Soteria auf Reformkurs<\/b><\/p>\n<p>Es gibt auch die M\u00f6glichkeit zum snoezelen. In NRW gibt es 10 Kliniken die Soteriaelemente mehr oder weniger in die Konzeption aufgenommen haben. Hr. Dr. Hin\u00fcber macht darauf aufmerksam, dass dies Thema am Tag der Sozialpsychiatrie gewesen sei. Auf der Station wird Ergotherapie, Sport als festes und nicht festes Angebot, Musiktherapie (nur Einzel) und Fango angeboten. Die Angebote k\u00f6nnen auch an Wochenenden wahrgenommen werden. Die Nachsorge findet \u00fcber nerven\u00e4rztliche Ambulanz statt. Es gibt ebenso eine integrierte Tagesklinik auf der Station. D. h. in den letzten zwei Wochen des Aufenthaltes kommen die Patienten nur noch tags\u00fcber in die Klinik und abends gehen sie zum \u00dcbernachten nach Hause. Die geh\u00f6rt zum Tagesbelastungstraining. Dazu kommt das Wochenendbelastungstraining, wobei der\/die Betroffene \u00fcber das Wochenende nach Hause gehen kann. Die durchschnittliche Verweildauer in den psychiatrischen Abteilungen betr\u00e4gt 27 \u2013 28 Tage. Auf der Station Lukas betr\u00e4gt sie 10 Tage. Es wird ebenfalls eine ambulante Arbeitstherapie angeboten. Auf die Frage ob es in Aachen einen Krisendienst gibt, antwortete Dr. Hin\u00fcber, dass es 2001 ein fertiges Konzept zum Krisendienst gegeben hat. Dieses belief sich ausschlie\u00dflich \u00fcber die Abdeckung der Wochenendversorgung mit professionellen Kr\u00e4ften auf einen Betrag von 150.000 DM. Der Stadtrat lehnte dieses Konzept jedoch aus Kostengr\u00fcnden ab. Abschie\u00dfend betonte Hr. Dr. Hin\u00fcber noch, dass es wichtig ist, dass das gesamte Personal der Station an einem Strang zieht.<\/p>\n<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 15.12.2005<\/b><\/p>\n<h3><span id=\"Thema:_Soteria_.E2.80.93_Was_ist_m.C3.B6glich.3F_2\" class=\"mw-headline\">Thema: Soteria \u2013 Was ist m\u00f6glich?<\/span><\/h3>\n<p>Diese Veranstaltung wurde von Fr. Dr. Knittel und Hr. Dr. Gallke begleitet. Es wurde die Informationsveranstaltung vom 13.12.2004,Besuch des Alexianer Krankenhauses Aachen Station Lukas, auszuwerten. Im Rahmen dieser Auswertung wurde dann an den Diskrepanzen gearbeitet, die eine nach Soteriaelementen gef\u00fchrte Station z. B. mit der Rheinischen Landesklinik D\u00fcren oder einer anderen nach eher klassischen Konzepten gef\u00fchrte Klinik hat. Der Exkurs ergab, dass es in den Aufnahmekliniken nur 2-3 Bett-Zimmer gibt und eine Nasszelle mit einem anderen Zimmer geteilt werden muss. Ein Umbau war seinerzeit geplant worden, jedoch aus Kostengr\u00fcnden gek\u00e4nzelt worden. Ebenso sei die Aufnahme f\u00fcr 1 Nacht schwierig. Auch sei eine integrierte Tagesklinik nicht bekannt. Die geschlossenen Stationen seinen nicht abgeschafft. Bezugspflege sei z. T. aus der RKD bekannt. Snoezelen, Musik,- Ergo,- Arbeitstherapie sowie Sportangebote seinen auch aus anderen Kliniken bekannt, jedoch nicht an Wochenenden.<\/p>\n<p>Einen Krisendienst gibt es auch in D\u00fcren nicht, dieser wird jedoch von der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft gefordert. Nach der Bearbeitung wurde die Veranstaltung als sehr interessant gewertet.<\/p>\n<p><b>Dann wurde eine Themensammlung f\u00fcr das n\u00e4chste Halbjahr gemacht.<\/b><\/p>\n<p>Es wurden folgende Themenvorschl\u00e4ge gesammelt:<\/p>\n<ul>\n<li>Umgang mit der Diagnose<\/li>\n<li>Behandlung einer Psychose am Beispiel der RKD<\/li>\n<li>Woran erkenne ich eine Psychose? (J\u00fcngere\/ \u00c4ltere; M\u00e4nner\/Frauen)<\/li>\n<li>Unterschiedliche Formen der Psychose!<\/li>\n<li>Sucht und Psychose (Hr. Dr. L\u00f6hrer KFH Aachen) (Cannabis, Extasy, Amphetamin, Alkohol)<\/li>\n<li>Angst und Psychose Macht mir Psychose Angst?<\/li>\n<li>Psychose und Aggression (Medis, Fixierung, PKG)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zuletzt wurde die Frage gestellt, ob es noch Nachtr\u00e4ge, Hinweise, Kritik o. \u00e4. g\u00e4be. Es kam die Anregung, dass es einen Flyer zum Psychoseseminar geben k\u00f6nnte, zum Weiterreichen an Bekannte. Dieser gute Hinweis wird nun bearbeitet und es soll einen Flyer zum Psychoseseminar geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll der Informationsveranstaltung zum Psychose-seminars vom 13.12.2004 Die Vorbereitungsgruppe fuhr als Informationsveranstaltung zum Thema Soteria am 13.12.2004 in das Alexianer Krankenhaus nach Aachen. Dort wird nach einer Mischkonzeption mit Soteriaelementen therapeutisch behandelt. Protokoll der Informationsveranstaltung: Die Station Lukas mit dem Stationsarzt Dr. Hin\u00fcber ist eine von 3 Aufnahmestationen. Die T\u00fcr ist immer ge\u00f6ffnet. 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