{"id":157,"date":"2004-11-17T15:04:24","date_gmt":"2004-11-17T13:04:24","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=157"},"modified":"2004-11-17T15:04:24","modified_gmt":"2004-11-17T13:04:24","slug":"mache-ich-was-falsch-umgang-mit-psychoseerkrankten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=157","title":{"rendered":"Mache ich was falsch? Umgang mit Psychoseerkrankten"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 17.11.2004<\/b><\/p>\n<p>Begleitende \u00c4rztin: Fr. Dr. Pauels<\/p>\n<p>In der Vorbereitungsgruppe hatte man sich \u00fcberlegt, dass das Thema nicht ganz einfach sein w\u00fcrde, da es vielleicht um Schuldgef\u00fchle gehen k\u00f6nnte. Auch w\u00e4re es nicht unbedingt w\u00fcnschenswert, wenn die TeilnehmerInnen im Negativbereich arbeiten w\u00fcrden.So kam man zu der \u00dcberzeugung, das Thema am Veranstaltungsabend anders, positiver, zu benennen. Das Thema wurde dann in: Was mache ich richtig umbetitelt.<\/p>\n<p>Dies rief aber eine ganze Menge Widerspr\u00fcche am Veranstaltungsabend in der Gruppe hervor. Die eine Gruppe beschwerte sich, man wolle zu dem Thema vom Abend arbeiten, die andere Gruppe konnte sich auch f\u00fcr die Alternative erw\u00e4rmen. Schlie\u00dflich gab es eine Abstimmung, in der die Gruppe \u201eWas mache ich richtig\u201c die Mehrheit bekam. Dies wiederum rief die andere Gruppe nochmals mit Gegenargumenten auf den Plan. Die Moderatorin entschloss sich kurzerhand f\u00fcr die Splittung des Themas, da es ja auch zwei Gruppen gab.<\/p>\n<p><b>Die Themen wurden folgend benannt:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>1.Mache ich was falsch?<\/li>\n<li>2.Was ist mir wichtig?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Titel wurden auf Karten geschrieben, getrennt voneinander und weiter voneinander entfernt in der Raummitte abgelegt. Die neu gestellte Aufgabe war: Punkte, die jedem Einzelnen betrafen auf wei\u00dfen Karten aufzuschreiben, danach vorzutragen wer mochte und dann entweder dem einen oder dem anderen Thema zuzuordnen.<\/p>\n<p><b>Unter Punkt 1 Mache ich was falsch kamen nachfolgende Bemerkungen zustande:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Umgang mit Aggression<\/li>\n<li>Erregung<\/li>\n<li>Eigene Grenzen werden \u00fcberschritten<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Unter Punkt 2 Was ist mir wichtig; kamen nachfolgende Bemerkungen zustande:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Die eigene Meinung abgrenzen<\/li>\n<li>Den eigenen Leidensdruck erkennen<\/li>\n<li>Die Meinung stehen lassen<\/li>\n<li>Verantwortung f\u00fcr das eigene Tun und Lassen zu \u00fcbernehmen<\/li>\n<li>Die Verletzlichkeit beachten<\/li>\n<li>Nicht mehr \u00fcber Wahnideen zu diskutieren<\/li>\n<li>Grenzen setzen und bei mir schauen, wie viel N\u00e4he ich zulassen will<\/li>\n<li>Guter Umgang mit sich selbst<\/li>\n<li>Verl\u00e4ssliche Absprachen treffen<\/li>\n<li>Anerkennung und Liebe geben<\/li>\n<li>Die Reizabschirmung, damit ich in der Klinik zur Ruhe komme<\/li>\n<li>Denjenigen aus allem heraus nehmen<\/li>\n<li>Mit Fernsehen einschlafen (ich habe ein ADS-Kind)<\/li>\n<li>Struktur geben7 Struktur nehmen<\/li>\n<li>Los lassen seitens der Eltern und des Betroffenen<\/li>\n<li>Loslassen mehr Eigenverantwortung \u00fcbernehmen<\/li>\n<li>Setzen und akzeptieren von Grenzen trotzdem Anerkennung und Liebe signalisieren, doch auch Grenzen \u00fcberschreiten, wenn ich zu sehr unter den Grenzen leide.<\/li>\n<li>Nicht verstricken lassen bei Streitgespr\u00e4chen, in denen Psychose oder andere Wahrnehmung f\u00fcr mich anklingt- nur knapp antworten.<\/li>\n<li>Nicht \u00fcberbeh\u00fctend sein \u2013 zutrauen \u2013 der Kraft der Psychose eine Chance geben, f\u00fcr Selbstst\u00e4ndigkeit und Ver\u00e4nderungswillendes Psychose-erfahrenden<\/li>\n<li>Akzeptanz des Andersseins\/ der Wertsch\u00e4tzung der anderen Wahrnehmung<\/li>\n<li>Guter Umgang zu mir selbst ohne schlechtes Gewissen<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Wichtig f\u00fcr mich selbst:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Betroffener bekennt sich zu seiner Krankheit<\/li>\n<li>Er selbst tr\u00e4gt dazu bei einen guten Weg \u2013 Umgang mit der Krankheit zu erlernen und anzustreben<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Aus der Sicht des Erkrankten:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Ich biete Hilfe an, versuche den Weg ein St\u00fcck mitzugehen \u2013 ihn zu begleiten<\/li>\n<li>Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Krankheit zu zeigen<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Erkenntnisse sammeln mit Hilfe der Literatur, damit ich die Krankheit verstehen lerne und den Kranken richtig behandele<\/li>\n<li>Auf ihn eingehen<\/li>\n<li>Ihn verstehen lernen<\/li>\n<li>Mit den \u00c4rzten reden<\/li>\n<li>Eine Linie finden, das Einklang herrscht in Harmonie, d. h. Geduld \u00fcben<\/li>\n<li>Geduld \u00fcben<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Struktur geben\/akzeptieren bei manisch-depressiven Phasen<\/li>\n<li>Loslassen \u2013 Eigenverantwortung \u00fcbernehmen<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Man sollte auch mal eine Frau abkriegen trotz Krankheit<\/li>\n<li>\u00dcber alle Fehler mit mir sprechen<\/li>\n<li>Meine Hartn\u00e4ckigkeit abfedern (ver\u00e4ndern)<\/li>\n<li>\u00dcber alles quatschen<\/li>\n<li>Mein Gehirn erweitern &#8211; Aggressionen abfedern<\/li>\n<li>Andere Denkprozesse akzeptieren<\/li>\n<li>Das Leben wieder genie\u00dfen k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Sich als vollwertigen Menschen f\u00fchlen k\u00f6nnen<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Verst\u00e4ndnis zeigen, sich Zeit nehmen, Bereitschaft zum Dialog mitbringen<\/li>\n<li>Zuh\u00f6ren k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Gegebenenfalls anregen zu Spazierg\u00e4ngen, malen, Musik h\u00f6ren,<\/li>\n<li>Einladen zum Essen<\/li>\n<li>Wenn nicht erw\u00fcnscht, nicht \u00fcber m\u00f6gliche Ursachen der Krankheit sprechen<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ehrlichkeit im Umgang mit den Betroffenen<\/li>\n<li>Auf sich selbst aufpassen<\/li>\n<li>Wissen was man selbst will<\/li>\n<li>Das eigene Leben leben als Angeh\u00f6rige<\/li>\n<li>Widerstand bei Bedarf setzen (Grenzen)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Geduldig mit dem Menschen umgehen<\/li>\n<li>Nie die gute h\u00e4usliche Atmosph\u00e4re zerst\u00f6ren<\/li>\n<li>Beobachten, ggf. danach handeln<\/li>\n<li>Gute Vertrauensbasis schaffen bzw. erhalten<\/li>\n<li>Dem Menschen Zeit zum Nachdenken lassen<\/li>\n<li>R\u00fcckbesinnung auf schon erlebte Ereignisse, Beobachtungen ggf. Handeln kurz \u00e4ndern<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Grenzen setzen<\/li>\n<li>Grenzen setzen lernen<\/li>\n<li>Klare Absprachen<\/li>\n<li>Geduld lernen<\/li>\n<li>Eigene Bed\u00fcrfnisse der Eltern, des Partners d\u00fcrfen nicht zu kurz kommen<\/li>\n<li>Moralpredigten helfen nicht<\/li>\n<li>Heute: Ja zur Therapie<\/li>\n<li>\u00dcbermorgen: Nein, das habe ich nicht zugesagt<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Umgang mit Aggressionen<\/li>\n<li>Umgang mit Hypersensibilit\u00e4t<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Mir ist wichtig im Gespr\u00e4ch denjenigen\/diejenige zu erreichen, ein Verst\u00e4ndnis zu entwickeln und eine Nachvollziehbarkeit, worum es jemand geht<\/li>\n<li>In der Beratungssituation klarer zu werden und das Gef\u00fchl zu haben mit demjenigen eine gute Perspektive erarbeitet zu haben<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Hart sein<\/li>\n<li>Vertrauen aufbauen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Begriff \u201eWahn\u201c stand wurde benannt.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wurde der Prozess bewertet und festgestellt, dass nun doch die gro\u00dfe Mehrzahl der Gedanken und Meinungen zu der Karte; Was ist mir wichtig, zugeordnet wurde. Es kam noch eine Diskussion zustande, in der Fragen zu Einstellungen behandelt wurden. Die aufkommenden Fragen wurden mit Fr. Dr. Pauels bearbeitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 17.11.2004 Begleitende \u00c4rztin: Fr. Dr. Pauels In der Vorbereitungsgruppe hatte man sich \u00fcberlegt, dass das Thema nicht ganz einfach sein w\u00fcrde, da es vielleicht um Schuldgef\u00fchle gehen k\u00f6nnte. 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